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Dienstag, 19.September.2017, 17:54
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Poker-Regeln

Allgemeine Texas Hold´em Regeln 

Texas Hold’em ist eine Variante des Kartenspiels Poker. Texas Hold’em ist neben Seven Card Stud die am häufigsten in Spielbanken angebotene Art des Poker-Spiels und wird vielfach bei Pokerturnieren gespielt, so auch bei der ursprünglich von Binion's Horseshoe ausgerichteten Poker-Weltmeisterschaft. Die nunmehrige World Series of Poker findet im Rio All-Suite Hotel and Casino in Las Vegas statt. 

Hold’em

Hold’em bezeichnet allgemein all jene Poker-Varianten, bei denen fünf offene Karten (Board cards, auch Community cards) in die Mitte des Tisches gelegt werden, die von jedem Spieler zur Bildung seiner Pokerhand verwendet werden können, während jeder Spieler jedoch nicht mehr als zwei seiner Hand-Karten (Hole cards) verwenden darf.

Neben Texas Hold’em wird in den Spielbanken auch Omaha als weitere Hold’em-Variation angeboten. Texas Hold’em wird häufig kurz Hold’em genannt, doch sollte man diese Abkürzung eher vermeiden, um Verwechslungen mit Omaha auszuschließen.

Karten

Texas Hold’em wird mit einem Paket französischer bzw. anglo-amerikanischer Karten zu 52 Blatt von zwei bis maximal elf Personen gespielt.

Spielkarten im Poker-Format (Poker size) sind meistens etwas breiter als Karten im Standard-Format (sog. Bridge size). Außerdem sollten Karten verwendet werden, die zu 100% auf Plastik bestehen, da diese auch nach langem Spielen noch ihre ursprüngliche Form aufweisen und so nicht als gezinkt gelten.

Anmerkung: Da mit 52 Blatt gespielt wird, könnten theoretisch 22 oder, falls keine Burn Cards zur Seite gelegt werden, sogar 23 Spieler teilnehmen. Texas Hold’em wird aber meist in kleineren Runden gespielt: häufig nur zu zehnt, in amerikanischen Casinos aber auch an Tischen mit vierzehn Plätzen.

Ziel ist es, die höchste Poker-Kombination zu erhalten bzw. durch geschickte Spielweise die anderen Spieler zur Aufgabe zu bewegen.

Dealer

Vor dem allerersten Spiel mischt der Croupier die Karten, lässt abheben und gibt (teilt) zunächst jedem Spieler eine offene Karte. Der Spieler mit der höchsten Karte ist erster Geber (Dealer) und erhält den Dealer('s) button.

Haben zwei Spieler im Rang die gleiche höchste Karte, so entscheidet die vom Bridge her bekannte Ordnung der Farben: Kreuz bzw. Treff (♣) gilt als die niedrigste Farbe, gefolgt von Karo (), Herz () und Pik (♠).

Anmerkung: In Bezug auf die Gewinnentscheidung haben die Farben bei Texas Hold’em – so wie bei allen Poker-Varianten – keine Bedeutung.

Die Rolle des Kartengebers wechselt immer nach jedem einzelnen Spiel im Uhrzeigersinn – tatsächlich gibt die Karten im Casino jedoch stets der Croupier, der Spieler mit dem Dealer button nimmt nur fiktiv die Rolle des Gebers ein.

Blinds

Standard Hold’em-Pokertisch mit Dealer, small- und big blind
Standard Hold’em-Pokertisch mit Dealer, small- und big blind

Der Spieler zur Linken des fiktiven Gebers (Dealer) muss einen vorgeschriebenen Einsatz, das sogenannte Small blind, zum Beispiel 5 €, setzen, sein Nachbar das big blind, im Allgemeinen den doppelten Wert des Small blinds, also 10 €. Die übrigen Spieler müssen vor Erhalt der ersten Karten keinen Grundeinsatz (Ante) leisten, bei den Hold’em-Varianten wird im Allgemeinen nicht mit ante, sondern mit Blind gespielt.

Der Spieler, der das small blind zu setzen hat, erhält beim Geben die erste Karte.

Sonderregeln für das Heads-up

Befinden sich nur zwei Spieler am Tisch (Heads-up), so sehen die Regeln der World Series of Poker vor, dass das small blind von dem Spieler mit dem dealer button gesetzt wird, während der andere Spieler das big blind setzen muss. Die an sich logische Reihenfolge wird nicht fortgesetzt und stattdessen geändert, damit nicht in allen vier Wettrunden einer Spielrunde der selbe Spieler den ersten Zug macht.

Diese Regel ist vor allem beim Turnierspiel von Bedeutung, da Cash games mit nur zwei Spielern kaum üblich sind.

Hole Cards und erste Wettrunde 

Jeder Teilnehmer erhält zunächst zwei verdeckte Karten (hole cards auch pocket cards oder pockets). Der Spieler links vom big blind spricht als erster und eröffnet die erste Wettrunde (betting interval), er kann nun entweder

  • halten, auch mitgehen (call), also einen Betrag in Höhe des vorangegangenen Einsatzes setzen, oder
  • erhöhen (raise) oder
  • aussteigen (fold).

In der gleichen Weise setzen die übrigen Spieler im Uhrzeigersinn die Wettrunde fort.

Ein Spieler darf in ein und derselben Wettrunde den Einsatz nicht zweimal in Folge steigern, es sei denn, ein anderer Spieler hätte zwischen den beiden Geboten erhöht. Wenn also ein Spieler die Runde mit einem bet eröffnet oder ein raise setzt und alle folgenden Spieler entweder halten oder aussteigen, so ist diese Wettrunde beendet, und der Spieler, der den Einsatz zuletzt gesteigert hat, darf nun in dieser Wettrunde nicht nochmals erhöhen.

Limits 

Bei Texas Hold’em sind vier Arten von Limits gebräuchlich

  • No limit: Es gibt nur ein Minimum für ein Bet bzw. ein Raise; hierbei empfiehlt sich die Regel, dass ein Bet bzw. Raise zumindest so hoch sein muss, wie die unmittelbar vorangegangene Erhöhung (z.B. die Höhe des Big blinds, oder, falls nicht erhöht wurde, wie der letzte Einsatz. Der Höchstbetrag, den ein Spieler im Laufe eines Spieles setzen darf, ist nur durch sein aktuelles Spielkapital (Table stake) begrenzt.
  • Pot limit: Es darf nur höchstens so viel gesetzt werden, wie sich zurzeit im Pot befindet.
  • Split limit (auch Spread limit): In den ersten beiden Wettrunden darf maximal bis zum Lower limit, ab der dritten Wettrunde bis maximal zum Higher limit gesetzt werden. Beträgt das Small blind 5 € und das Big blind 10 €, so beträgt das Lower limit 10 € und das Higher limit zumeist 20 €. In jeder Wettrunde darf der Einsatz höchstens drei Mal gesteigert werden, d. h. ein Spieler eröffnet die Runde mit einem Einsatz (Bet), dieser kann nun erhöht (Raise), weiter gesteigert (Reraise) und die Wettrunde mit einer letzten Steigerung (Cap) abgeschlossen werden. Sind nur noch zwei Spieler im Spiel, so darf solange erhöht werden, bis ein Spieler entweder gleichzieht (hält) oder aufgibt.
  • Fixed Limit: Wie Split limit, allerdings sind hier die Einsatzhöhen fest vorgegeben, während sie beim Split limit innerhalb der jeweiligen Grenzen frei wählbar sind. In den ersten beiden Runden kann daher nur zum Small bet, in den letzten beiden Runden nur zum Big bet gesetzt werden.

Bei No limit und Pot limit ist die Anzahl der Erhöhungen pro Wettrunde nicht begrenzt.

Gespielt wird in Casinos prinzipiell nicht mit Bargeld, sondern mit Jetons, bzw. engl. Chips; es gibt allerdings auch einige Turniere, bei denen ausschließlich mit Bargeld gespielt wird.

Flop und zweite Wettrunde 

Nach Beendigung der ersten Wettrunde legt der Croupier erst eine Karte verdeckt neben den Stapel und dann drei Karten offen auf den Tisch (Flop), darauf folgt die zweite Wettrunde. Der Spieler in First position, d.h. der Spieler links vom fiktiven Geber, also der Spieler, der das Small blind setzen musste, hat in dieser und allen weiteren Wettrunden als Erster zu sprechen.

Ab dieser Wettrunde kann der Spieler, der zuerst sprechen muss, auch abwarten (check) und keinen Einsatz tätigen. Wartet der Spieler in First position ab, so kann der nächste Spieler ebenfalls abwarten oder wetten, usw.

Sobald jedoch ein Spieler ein Bet gesetzt hat, können die folgenden Spieler nur mehr entweder

  • halten (call oder mitgehen) und denselben Betrag in den Pot einzahlen, oder
  • erhöhen (raise) und einen höheren Betrag als der vorhergehende Spieler setzen, oder
  • aussteigen (fold oder passen) – in diesem Fall legt der Spieler seine Karten verdeckt ab und gibt dieses Spiel verloren.

Falls ein oder mehrere Spieler gesetzt haben, wird die Wettrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder

  • den Einsatz gehalten haben oder
  • aus dem Spiel ausgestiegen sind.

Turn Card und dritte Wettrunde

Vor der dritten Wettrunde wird eine vierte offene Karte (Turn card) in die Mitte gelegt. Wird mit Split limit gespielt, so gilt ab nun das Higher limit. Es wird analog zur Vorrunde gesetzt.

River Card und letzte Wettrunde 

Nun wird die fünfte Karte (River card) offen aufgelegt und es folgt die letzte Wettrunde.

Showdown

Obwohl Spieler 1 die derzeit besseren Karten hält (zwei Paare mit
einer 7 als Kicker), hat er ohne zu bluffen keine Chance, die Hand zu
gewinnen. Mit einer 2 oder 7 macht Spieler 2 eine Straße, 5 oder 6
führen zu zwei höheren Paaren für Spieler 2 und alle anderen Karten
würden zu einem split pot führen
Obwohl Spieler 1 die derzeit besseren Karten hält (zwei Paare mit einer 7 als Kicker), hat er ohne zu bluffen keine Chance, die Hand zu gewinnen. Mit einer 2 oder 7 macht Spieler 2 eine Straße, 5 oder 6 führen zu zwei höheren Paaren für Spieler 2 und alle anderen Karten würden zu einem split pot führen

Kommt es nach der letzten Wettrunde zum Showdown, so stellt jeder Spieler aus seinen zwei Hand- und den fünf Tischkarten die beste Poker-Kombination aus fünf Karten zusammen; die sechste bzw. siebente Karte ist für die Gewinnentscheidung bedeutungslos. Der Spieler,

  • der in der letzten Wettrunde als letzter erhöht (raise) hat, oder,
  • falls niemand erhöht hat, derjenige, der in der letzten Wettrunde als erster gesetzt (bet) hat, oder
  • falls niemand gesetzt hat, derjenige, der sich in First position befindet,

muss seine Hand (seine Kombination) vollständig vorzeigen.

Alle im Spiel verbliebenen Spieler können nun nacheinander ihre Gewinnberechtigung nachweisen und ebenfalls ihre Karten aufdecken.

Wenn ein Spieler nur die fünf Karten des Tisches spielen möchte (Playing the board), soll er das annoncieren, damit das Weglegen der Handkarten nicht als Aussteigen missverstanden wird.

Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt den Pot. Im Falle von gleichwertigen Kombinationen wird der Pot unter den Gewinnern aufgeteilt (siehe Split pot).

Der Pot kann natürlich auch schon früher gewonnen werden, wenn in einer Runde alle Spieler bis auf einen ihre Karten ablegen und aufgeben (fold).

Burn Cards

Bevor der Dealer die Hole cards ausgibt, bzw. bevor er den Flop und später die Turn bzw. River cards aufdeckt, legt der Croupier stets eine Karte, eine sogenannte Burn card, verdeckt beiseite.

Der Sinn dieser Regelung liegt darin begründet, dass ein Spieler infolge einer nachlässigen Haltung der Karten durch den Dealer eventuell die oberste Karte erkennen und daraus einen Vorteil ziehen könnte.

Anmerkung: Vielfach wird das Brennen einer Karte vor dem Teilen der Hole cards unterlassen, dies widerspricht aber dem Sinn des Brennens, da gerade die allererste Karte beim Abheben besonders leicht erkannt werden kann. Gelegentlich wird jedoch vor dem Teilen nicht einmal abgehoben (z.B. TV-Pokerturniere): auch dies ist abzulehnen, da das Abheben gerade dazu dient, die oberste bzw. unterste Karte, die beim Mischen erkannt werden könnten, in der Mitte des Stapels zu versenken.

Time Collection

Das Casino zieht von jedem Gast jede halbe Stunde einen von der Höhe der Limits abhängigen Betrag ein, bei den angegebenen Limits 15 €.

Table Stakes

Um an einer Partie teilzunehmen, muss jeder Spieler vor seinem ersten Spiel einen gewissen Betrag (Buy in), bei den angegebenen Limits 200 €, vor sich auf dem Tisch platzieren.

Ein Spieler darf von seinem Spielkapital (Table stakes), das er vor sich für alle sichtbar auf dem Tisch liegen lassen muss, keine Jetons (Chips) einstecken, es sei denn, er beendet sein Spiel.

Ein Spieler darf sein Spielkapital zwischen zwei Spielen, aber niemals während eines einzelnen Spieles, durch Zukauf von weiteren Jetons erhöhen. Wenn ein Spieler Jetons zukauft, so muss er sein Spielkapital zumindest auf die Höhe des Buy in aufstocken.

Gehen einem Spieler während eines Spieles die Jetons aus, man sagt, der Spieler sei all in, so wird ein Side pot gespielt, vgl. Side pot.

Wahrscheinlichkeiten

Hauptartikel: Hand (Poker) und Wahrscheinlichkeiten bei Texas Hold'em
HandKombinationenWahrscheinlichkeitBeschreibungBeispiel
Royal Flush4.3240,003232 %Die Folge 10 bis Ass in einer Farbe10♣ J♣ Q♣ K♣ A♣
Straight Flush37.2600,027851 %Fünf aufeinanderfolgende Karten in einer Farbe5♠ 6♠ 7♠ 8♠ 9♠
Vierling, Poker, Four of a kind224.8480,168067 %Vier Karten des gleichen WertesA♣ A♠A♦A♥
Full House3.473.1842,596102 %Ein Drilling und ein PaarK♥K♦K♣ 9♣ 9♦
Flush4.047.6443,03255 %Fünf beliebige Karten einer Farbe6♥8♥Q♥K♥A♥
Straight, Straße6.180.0204,61938 %Fünf aufeinanderfolgende Karten7♥8♥9♠10♦J♣
Drilling, Three of a kind, Set6.461.6204,829870 %Drei Karten des gleichen WertesQ♦Q♥Q♠
Zwei Paare, Two pair31.433.40023,495536 %Zwei Paare10♠10♥A♥A♣
Ein Paar, One pair58.627.80043,8322546 %Zwei Karten gleichen WertesJ♣ J♠
High Card23.294.46017,411920 %Die höchste einzelne KarteA♥
Summe133.784.560100 % 

Anmerkung: Es gibt vier mögliche Royal Flushes, da aber jeder Royal Flush mit zwei beliebigen weiteren Karten gebildet werden kann, ergeben sich insgesamt 4 \cdot {47 \choose 2} = 4.324 mögliche Sieben-Karten-Kombinationen, die einen Royal Flush enthalten.

Die stärksten Starthände, bestehend aus zwei Karten, sind nach absteigender Gewinnchance geordnet: A–A, K–K, Q–Q, A–K suited (von einer Farbe), A–Q suited, J–J, K–Q suited, A–J suited, K–J suited, A–K unsuited (oder offsuit, d. h. von verschiedenen Farben).

Als allgemein schwächste Starthand gilt 7–2 offsuited, im Heads-up (d. h. bei nur zwei Spielern) 3–2 offsuited.

Der Spieler, der zu einem bestimmten Zeitpunkt während eines Spiels die bestmögliche Hand hält, hält die sogenannten Nuts.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Texas_Holdem aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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